Sabbat oder Surfen?

Ein Kommentar von Dave Archer (22 Jahre) aus Australien.


Sanft sich aufbäumend, brachen die Wellen ans Ufer und sprühten zahllose winzige Wassertropfen in die goldene Luft. Diese Schönheit verschlimmerte nur die Misere, in der ich mich befand. Denn in zwei Minuten konnte ich mit meinem Surfbrett im blauen Wasser sein; in 20 Minuten musste ich allerdings fertig sein für die Sabbatversammlung. Was sollte ich tun? Wenn es darum ginge, entweder in die Kirche zu gehen oder in das schimmernde Blau des Pazifiks einzutauchen, hätten die meisten jungen Leute kein Problem, sich zu entscheiden: sie würden den Ozean vorziehen. Ich jedoch war im Konflikt mit mir selbst. Ich war schon viel zu lange nicht mehr Surfen und hatte anfänglich Schwierigkeiten, mich zu entscheiden. Doch dann musste ich nachdenken…

Oft begegnen uns derartige Situationen, die unsere Anwesenheit in der Kirche zu verhindern drohen. Vielleicht ist es nicht Wegweiser der Ozean, der uns ruft. Stattdessen kann es aber das Fußball- oder Tennisspiel sein, ein Grillfest mit Freunden, oder ähnliches.

All das wirft eine wichtige Frage auf: ist es das wirklich wert? Verdirbt dir dein Glaube den Spaß und die Freude am Leben?

Jeden Tag drängt sich diese Frage erneut auf, wartet auf eine Einladung in deine Gedanken, wo sie Zweifel und Verwirrung stiften kann. Was jedoch ist von größerer Bedeutung in deinem Leben: Bleibende geistliche Freuden an Gottes Sabbat zu suchen, oder deinen eigenen, materiellen Freuden nachzulaufen?

Bitte verstehe mich nicht falsch. Materielle Freuden an sich sind nicht verkehrt. Jesus kam unter anderem auf die Erde, um uns ein Leben in Fülle zu ermöglichen (siehe Johannes 10,10). Und damit das klar ist: ich gehe immer dann surfen, wenn sich die Chance dafür bietet.

Das möchte ich jedoch nur an sechs Tagen in der Woche tun. Am Sabbat finde ich Freude in Gott selbst. Wenn wir diesen Tag ehren, indem wir nicht unsere eigenen, auf uns selbst bezogenen Freuden suchen, werden wir eine viel größere Belohnung erhalten: ein Leben in Überfluss und Zufriedenheit (siehe Jesaja 58,13-14).

Als ich letztens an einem Sabbat am Meer stand, war nach ein paar Überlegungen meine Entscheidung für Gott erstaunlich einfach. Während ich die herrliche Schöpfung Gottes betrachtete – und erkannte, wie er Wind, Wasser, Erde und Schwerkraft dazu nutzte, um diese seltsamen blauen „Dinger“ gegen das Ufer zu spülen –, war ich zutiefst beeindruckt. Wie könnte ich mich dem entgegensetzen, diesen Schöpfer missachten? Der einzig wahre Gott existierte schon lange vor der Schöpfung; er war der Erste vor allem anderen. Und so dachte ich bei mir, dass auch er in meinem Leben an erster Stelle stehen soll. Wenn wir über die geistlichen Freuden nachdenken, die wir durch Einhaltung des Sabbats und den Lobpreis Gottes erhalten können, dann ist es manche Entsagung wert.

Die gleiche Entscheidung kann auch für dich sehr einfach sein. Bei Zweifel oder Unsicherheit knie nieder und bete zu Gott. Oder wenn du das Glück hast, Freunde zu haben, die den gleichen Glauben teilen, dann sprich mit ihnen und sie werden dir zur Seite stehen. Und Drittens: Um Motivation zu erhalten, mache einen Spaziergang in Gottes schöner Schöpfung. Jede der drei aufgezählten Methoden, wird dir helfen, den großen Wert im Glauben an Jesus Christus zu erkennen. Mit der Möglichkeit, in das Reich Gottes zu gelangen und damit etwas ganz Besonderes zu tun, haben wir etwas, das nur den wenigsten Menschen gegönnt ist.

Es spielt keine Rolle, ob wir eine Grillfeier oder eine Sportaktivität um des Sabbats Willen verpassen. Du wirst sehen, dass eine Entscheidung für den Sabbat letzten Endes die bessere ist.

Es lohnte sich für mich, auf das Surfen zu warten. Am nächsten Tag strahlte die Sonne herrlich, während der warme Sand unter meinen Füßen knirschte. Die Wellen brachen sanft am Ufer, nur mit dem Unterschied, dass sie heute größer waren. Wenn es derartige Belohnungen gibt, indem man lediglich dem Wort Gottes glaubt, dann ist es dies wirklich wert.

 

Merkvers:

Der Herr sagt: „Achtet den Sabbat als einen heiligen Tag, der mir gehört! Entehrt ihn nicht dadurch, dass ihr euren beschäftigungen nachgeht […] betrachtet ihn nicht als eine Last, sondern als einen Anlass zur Freude!“ Jesaja 58,13 (Gute Nachricht Bibel)