Eine wahre Freundschaft

Hast du einen wirklich guten Freund? Falls nicht: möchtest du gerne einen? Fast jeder wünscht sich einen engen Freund, doch leider scheint dies für einige unerreichbar. Viele haben schlicht und einfach nie gelernt, was es heißt, gute Freunde zu gewinnen und zu behalten.

Eine der berühmtesten Geschichten in der Bibel über eine Freundschaft ist die von König David und Jonatan. Der Bericht beginnt in 1. Samuel 18,1 nachdem David den Riesen Goliath besiegt hatte: „Schon nach diesen wenigen Worten [die David gesprochen hatte] fühlte sich Sauls Sohn Jonatan zu David hingezogen. Er gewann ihn so lieb wie sein eigenes Leben“ (Gute Nachricht Bibel).

Während viele nun über Davids und Jonatans Freundschaft gut informiert sind, scheinen doch nur wenige die Details darüber zu kennen, wie diese Beziehung überhaupt begonnen hatte. Anstatt durch einen Zufall (wie so viele Beziehungen heute anzufangen scheinen) gründete sich die Beziehung zwischen David und Jonatan von Anfang an auf gegenseitigem Respekt und gleiche Werte. Diese Freundschaft erzählt die Geschichte zweier aufrichtiger junger Männer, die beide auf Gott blickten und von ihm Leitung und Hilfe erfuhren.

Bevor sie sich am Hofe Sauls trafen, hatten beide Männer bereits mutigen Dienst für ihr Land getan. Jonatan leitete Eintausend Israeliten in eine erfolgreiche Schlacht gegen die Philister in Geba (1. Samuel 13,1-3) und führte die Israeliten ein wenig später in einen weiteren großen Sieg (1. Samuel 14).

Ein Schlüssel zu Jonatans Erfolg liegt in dem verborgen, was er zu seinem Waffenträger sagte: „Komm, wir gehen zu dem Posten dort drüben, zu diesen Unbeschnittenen! Vielleicht hilft uns der HERR; denn für ihn ist es nicht schwer, den Sieg zu schenken, ganz gleich, ob nun viele oder wenige kämpfen“ (1. Samuel 14,6; Gute Nachricht Bibel). Und Gott wirkte tatsächlich seine Wunder für Jonatan und die Israeliten. Durch Jonatans Angriff wurden die Philister so sehr verwirrt, so dass sie begannen,
gegeneinander zu kämpfen (Vers 20).

Leider dauerte der Krieg mit den Philistern die ganze Herrschaft Sauls hindurch an (vgl. 1. Samuel 14,52). Im Laufe der Kämpfe brachten die Philister ihren großen Krieger Goliath ins Spiel, um die Israeliten einzuschüchtern. Das funktionierte auch, insofern es keiner der Israeliten wagte, in einem Zweikampf gegen Goliath anzutreten. Wirklich niemand? Nein, sondern nur so lange kämpfte keiner gegen Goliath, bis dass David von der Herausforderung erfuhr und sich zum Kampfe anbot. Auch Davids Mut war in seinem Vertrauen auf Gott gegründet. Als er Saul seine Denkweise erklärte, sagte David: „Der HERR, der mich von dem Löwen und Bären errettet hat, der wird mich auch erretten von diesem Philister“ (1. Samuel 17,37).

Als David schließlich nach siegreichem Zweikampf vor Saul trat (1. Samuel 18), gab es einige gute Gründe für Jonatan, eine Freundschaft mit David aufzubauen. Beide hatten gemeinsam, dass sie mutig gegen die Philister gekämpft hatten. Beide waren Helden. Und am wichtigsten: Beide vertrauten sie auf Gott.

Die Freundschaft zwischen David und Jonatan war von der Art, dass beide einen guten Einfluss auf den anderen ausübten. Hoffentlich können auch wir einiges von diesem Beispiel lernen und unsere Freunde bedacht und in Weisheit auswählen.