Durch das Feuer gehen

Du möchtest in dieser Welt erfolgreich sein? Glaube ist der Schlüssel dafür alle Herausforderungen zu bestehen.


Wir alle haben Träume in unserem Leben. Sie haben den Zweck, uns zu motivieren und uns auf unsere Zukunft angemessen vorzubereiten. Durch die Träume, die wir haben, freuen wir uns auch auf Zukünftiges. Manchmal jedoch begegnen wir Hindernissen, die sich uns in den Weg stellen. Dann läuft nicht alles so wie geplant. Hindernisse können zum Beispiel ein Berufswechsel unserer Eltern sein, ein Umzug oder große Veränderungen in der Familie. Manche dieser Herausforderungen zwingen uns vielleicht sogar dazu, unsere Träume aufzuschieben und Vorhaben zu ändern. Wie reagierst du auf derartige Schwierigkeiten?

Möglicherweise fürchten wir uns vor diesen Dingen. Aber Gott sagt, dass wir uns nicht zu sorgen brauchen, denn er verspricht, dass er sich so um uns kümmern wird, wie er sich um die kleinen Vögel und seine gesamte Schöpfung kümmert (Matthäus 6,25-32). Darüber hinaus hat Gott uns Beispiele gegeben, von denen wir lernen können und die uns helfen unsere Träume zu erfüllen. Die Bedingung dabei ist allerdings, dass wir ihm gehorsam sind und ihm in allem vertrauen.

 

Daniel, Schadrach, Meschach und Abed-Nego

Das Buch Daniel erzählt uns die Geschichte von einigen jungen Männern, die vor einer so großen Herausforderung standen, wie sie es nie erwartet hätten. Sie sind von ihrer Heimat und ihren Familien genommen und in ein entferntes Land gebracht worden. Dort war ihnen alles fremd, sogar die Nahrung, die ihnen dort gegeben wurde.

Dies ist die Geschichte von vier Freunden – wir kennen sie unter den Namen Daniel, Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Diese jungen Männer waren wahrscheinlich um die 15 Jahre alt, als sie in die babylonische Gefangenschaft verschleppt wurden, nachdem die Babylonier ihre Heimat Juda erobert hatten (Daniel 1,1-6). Anstatt jedoch Sklaven zu werden, wie der Rest der Gefangenen, wurden sie dazu ausgewählt, eine dreijährige Ausbildung zu absolvieren, um zu besonderen Dienern für den babylonischen König zu werden (Vers 4).

Diese „Schule“ wählte nur die talentiertesten und klügsten Menschen aus, um ihnen sodann die wohl beste Ausbildung zu geben, die es damals in der Welt gab.

Dabei mussten sie nicht nur große Mengen an Informationen aufnehmen, erlernen und diese immer abrufbereit im Kopf haben. Sondern sie sollten auch – falls sie Erfolg hatten – vorbereitet werden, direkt vor dem König ihren Dienst zu tun.

Sofort nach der Ankunft wurden den vier jungen Männern neue Namen gegeben und sie mussten die ihnen fremde babylonische Sprache erlernen. Ihnen wurde zudem vorgeschrieben, was sie essen und trinken sollten (Verse 7 und 8). Sie verloren jegliches Recht auf Selbstbestimmung und sollten so Stück für Stück umerzogen werden.

Trotzdem gaben sie so schnell nicht auf. Als man ihnen Essen vorsetzte, das sie gewöhnlich nicht zu sich nahmen (z.B. Schweinefleisch), baten sie darum, sich nicht unrein machen zu müssen und auf die Nahrung verzichten zu dürfen. Der Oberste der Schule wusste nicht so recht, was mit diesem Wunsch anzufangen sei – wahrscheinlich hatte ihn noch nie jemand um so etwas gebeten. Da er jedoch für die Gesundheit der Männer verantwortlich war und keinen Ärger wollte, gab er ihrer Bitte nicht statt.

Was taten also Daniel und seine Freunde? Sie sagten einfach, dass sie des Königs Speisen nicht zu sich nehmen wollten? Nein, sondern sie hatten eine gute Beziehung mit dem Aufseher aufgebaut, der für ihr Essen verantwortlich war. Zudem waren sie bekannt als gute Schüler. Sie baten den Aufseher daher, dass er ihre Ernährung probeweise umstellt, um herauszufinden, ob sie dadurch krank würden. Und siehe da: Nach nur schon zehn Tagen mit der umgestellten Ernährung sahen die vier jungen Männer viel gesünder aus als alle anderen Schüler.

 

Im Angesicht des feurigen Ofens

Anschließend sehen wir, wie drei dieser jungen Männer (Daniel war nicht dabei) einer zweiten und zugleich viel schwierigeren Herausforderung begegneten. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie bereits gute Positionen im babylonischen Reich inne (Daniel 2,49). Diesmal wurden sie durch ein neues Gesetz auf die Probe gestellt, das ihnen gebot, ein vom König aufgestelltes Götzenbild zu verehren.

Die Bibel erzählt die Geschichte in Daniel 3,1-7 so: „König Nebukadnezzar ließ ein goldenes Standbild anfertigen, dreißig Meter hoch und drei Meter breit, und ließ es in der Ebene Dura in der Provinz Babylon aufstellen. Dann berief er sämtliche hohen Beamten seines Reiches zu einer Versammlung ein, die Provinzstatthalter, Militärbefehlshaber und Unterstatthalter, die Ratgeber, Schatzmeister, Richter, Polizeigewaltigen und alle hohen Beamten der Provinzen. Sie sollten an der Einweihung des Standbildes teilnehmen, das er errichtet hatte. Sie alle kamen zu der Einweihung und stellten sich vor dem Standbild auf. Ein Herold rief mit lauter Stimme: ‚Ihr Leute aus allen Nationen, Völkern und Sprachen, hört diesen Befehl: Wenn ihr den Klang der Hörner, Flöten und Pfeifen, der Harfen, Lauten, Dudelsäcke und aller anderen Instrumente hört, müsst ihr euch iederwerfen und das goldene Standbild anbeten, das König Nebukadnezzar aufrichten ließ. Wer es nicht tut, wird auf der Stelle in den glühenden Ofen geworfen‘. Als die Instrumente ertönten, die Hörner, Flöten und Pfeifen, die Harfen, Lauten, Dudelsäcke und alle anderen, warfen sich die Leute aus allen Völkern, Nationen und Sprachen nieder und beteten das goldene Standbild an“ (Gute Nachricht Bibel).

Wie würdest du mit einer solchen Situation umgehen? Wie würdest du dich entscheiden? Man kann sich sicher sein: jenes neue Gesetz und die Drohungen ihrer Feinde, machte den drei Freunden Angst und ließ sie daran zweifeln, was zu tun sei.

Dennoch folgten sie nicht dem Befehl, der ihrem Glauben widersprach. Als sie wegen dieser Sache vor den König gestellt wurden, wankten sie nicht und antworteten ihm mit großer Klarheit. In Daniel 3,16-18 heißt es: „Schadrach, Meschach und Abed-Nego erwiderten dem König: ‚Wir haben es nicht nötig, dir etwas darauf zu antworten. Unser Gott, dem wir gehorchen, kann uns zwar aus dem glühenden Ofen und aus deiner Gewalt retten; aber auch wenn er das nicht tut: Deinen Gott werden wir niemals verehren und das goldene Standbild, das du errichtet hast, werden wir nicht anbeten‘“ (Gute Nachricht Bibel). Obwohl die drei wussten, dass sie möglicherweise alles verlieren würden, sogar ihr Leben, blieben sie standhaft und verließen ihre Prinzipien nicht.

Die Konsequenz war, dass der König seine Drohungen wahr machte und sie in den Ofen werfen ließ. Doch in underbarer
Weise rettete sie Gott. Nicht eins ihrer Haare war versengt, als sie aus dem Feuer kamen (Daniel 3,17)!

 

Und heutzutage?

Wie lassen sich diese großartigen Beispiele auf die heutige Zeit anwenden?

Zum Glück erleben wir nicht viele Situationen in der heutigen Welt, die uns unser Leben kosten könnten. Und dennoch gibt es manchmal Momente, in denen wir uns entscheiden müssen, ob wir dem folgen woran wir glauben, oder ob wir einfach dem folgen, was die anderen tun.

Vielleicht wäre es eine solche Herausforderung für dich, am Sabbat nicht zum Sportturnier zu gehen oder Beliebiges im Fernseher anzuschauen. Oder fällt es dir schwer am Samstag die Schulaufgaben ruhen zu lassen, wenn du am Montag eine wichtige Klassenarbeit hast? Wäre es nicht so viel einfacher, genau das zu tun, wonach einem gerade der Sinn steht? Möglicherweise könnte man Schwierigkeiten aus dem Weg gehen, wenn man nur ein wenig nachgeben würde.

Denken wir doch über die Möglichkeiten nach, die Daniels Freunden zur Wahl standen. Ich sprach einmal mit einem Mann aus der Kirche Gottes, der anfing den Sabbat zu halten, als er sich mitten im Medizinstudium befand. Wie viele Schüler und Studenten wissen, reagieren Lehrer und Professoren oft nicht sehr verständnisvoll, wenn es darum geht, Ausnahmen zu machen. Dieser Medizinstudent jedoch wusste, was Gott von ihm wollte. Daher ließ er seine Professoren wissen, dass er zukünftig keine Prüfungen mehr am Samstag ablegen könne. Er erklärte, dass der neu gewonnene Glaube es ihm nicht erlaube. Stattdessen bot er an, die Prüfungen am Freitag zuvor abzulegen. Wegen dieser Angelegenheit ging er sodann zu jedem einzelnen seiner Professoren, denen er mit aller Vorsicht seinen Glauben erklärte. Doch all das half nichts: ihm wurde immer wieder mitgeteilt, dass er auf diese Weise sein Studium nicht fortsetzen könne!

Was tat dieser Mann? Gab er nach, dachte an seine berufliche Zukunft und legte die Prüfungen am Samstag ab? Nein, ganz und gar nicht, sondern er zog es vor, mutig zu sein und einfach nicht zu den nächsten Examen zu erscheinen, die auf einen Samstag fielen. Als er am darauffolgenden Montag in den Hörsaal kam, wurde ihm gesagt, dass er am Dienstag – zusammen mit zehn anderen Studenten – seine Prüfung ablegen könne. Ja, Gott hat für ihn eingegriffen und ihm das Studium ermöglicht. Heute ist der Mann ein Doktor und besucht weiterhin die Versammlungen der Kirche Gottes.

Wie dienten diese Männer Gott? Was hatten Daniel, Schadrach, Meschach, Abed-Nego und dieser Doktor gemeinsam? Sie bewiesen alle den Mut und die Treue, ihren Teil zu tun, standhaft zu bleiben, und auf diese Weise großen Glauben zu beweisen. Gott wiederum tat seinen Teil und belohnte ihre Entschlossenheit und ihren festen Glauben mit seiner großartigen Unterstützung.

 

Den Glauben festigen

Glaube ist notwendig, um Erfolg zu haben. Natürlich wollen wir Gott gehorsam sein und das Richtige tun. Trotzdem liegt es immer wieder an uns, Entscheidungen zu treffen. Die einen entscheiden sich für die Herausforderung des Glaubens, während andere nachgeben und die Konfrontation scheuen. Tatsächlich aber fällt es uns leichter, richtige Entschlüsse zu fassen, wenn wir uns vorbereitet und unseren Glauben gefestigt haben. Haben wir uns schon vorab unseren Lehrern oder Arbeitskollegen gegenüber gut verhalten, so dass diese uns wohlgesonnen sind? Haben wir uns an den Gedanken gewöhnt, dass wir selbst bei Zurückweisung und Misserfolg einen anderen und vielleicht besseren Weg finden werden? Oder denken wir schon jetzt daran, dass wir lieber nachgeben und den einfachen Weg wählen wollen?

Um uns auf schwierige Situationen vorzubereiten, ist es auch ratsam, den Charakter zu entwickeln, den wir in Matthäus 5,41 finden: „Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.“ Auf diese Weise können wir unseren Mitmenschen zeigen, dass wir die Dinge nicht aus Eigennutz tun, sondern darüber hinaus sogar bereit sind, mehr zu tun als erforderlich. Unser Glaube gibt uns die Kraft, diesen Charakter zu entwickeln. Daniel und seine Freunde waren bereit, eine zusätzliche Prüfung über sich ergehen zu lassen, um zu beweisen, dass sie auch ohne die Nahrung des Königs gesund sein können. Sicherlich hatten sie durch dieses Problem zeitweilig einen Nachteil ihren Klassenkameraden gegenüber, da sie sich in eine schwierige Situation begaben. Als es sich jedoch herausstellte, dass sie nach der Testphase gesünder waren als die anderen, konnten sie sehen, wie sehr Gott auf ihrer Seite stand.

Letztendlich wissen wir, dass Gott uns nur das Beste wünscht. Immerhin sind wir seine Kinder und er sieht es gerne, wenn es uns gut geht (Matthäus 7,7-11). Daniel und seine drei Freunde wurden nach anfänglichen Herausforderungen zu hochrangigen Führern im babylonischen Reich. Auch du kannst einen solchen Erfolg haben. Du kannst gute Schulen oder Universitäten besuchen. Wenn du es möchtest und es in Gottes Hände legst, kannst du einen guten Beruf erhalten – zum Beispiel den eines Arztes oder eines Unternehmers. Um deinen Traum zu erfüllen, musst du keine Kompromisse eingehen! Unterschätze deine Fähigkeiten nicht. Wenn du tiefes Vertrauen in Gott hast (das ist wahrer Glaube), dann bist du schon jetzt erfolgreicher als viele Menschen auf der Welt.

Wie sollen wir also mit Herausforderungen umgehen, die uns davon abhalten, erfolgreich zu sein und unsere Träume zu erfüllen? Indem wir den Glauben haben, dass Gott uns immer zur Seite steht und uns stets helfen wird, schwierige Situationen zu überwinden. Denn Gott verspricht: „Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott“ (Markus 10,27).