David: Ein Mann nach Gottes Herzen

von Jerold Aust


Die meisten Menschen machen eine Sache richtig und sagen das genügt. König David machte vieles richtig und er war immer bereit noch mehr zu tun.

Schon in seiner Jugend blieben Davids Überzeugungen seiner Familie und seinen Freunden nicht verborgen. Als David zu dieser Zeit einst ein israelitisches Militärcamp besuchte, war er geschockt zu hören, wie arrogant Goliat, der Champion der Philister, die Israeliten herausforderte: „Und der Philister sprach: Ich habe heute dem Heere Israels hohngesprochen, als ich sagte: Gebt mir einen Mann und lasst uns miteinander kämpfen“ (1. Samuel 17,10).

Kein einziger Israelit wagte es, sich dem Giganten entgegen zu stellen, und genau das machte David wütend. „Was wird man dem geben, der diesen Philister erschlägt und die Schande von Israel abwendet?“ fragte er. „Denn wer ist dieser unbeschnittene Philister, der das Heer des lebendigen Gottes verhöhnt?“ (1. Samuel 17,26).

Was nun folgte wurde zur Legende.

Wie wurde dieser junge Mann, der in seinem bisherigen Leben vor allem Schafe gehütet, Poesie geschrieben und Lieder im Lichte der Nacht gesungen hatte, zu einem furchtlosen und gefürchteten Krieger?

Sehen wir uns doch gemeinsam an, wie David mit der Zeit zum berühmtesten König Israels heranreifte.

Davids Leistungen waren enorm. Er eroberte Jerusalem und machte es zur Hauptstadt des Landes. Außerdem wiedervereinigte er die Israeliten zu einer starken Nation. In den 40 Jahren seiner Regierungszeit erweiterte er Israel zu einem Reich, das sich von Ägypten bis nach Mesopotamien hin erstreckte. Wir sehen einen Mann mit vielen Talenten. Er war Schäfer, Poet, Musiker, Krieger und Staatsmann. Vor allem aber war er der Mann, der den Standard für alle ihm nachfolgenden Könige Israels und Judas setzte.

Als der jüngste der Söhne Isais war es seine Aufgabe, die Schafe zu hüten. Die Schafe zu hüten bringt mit sich, dass man viele Stunden alleine auf dem Feld verbringen muss; es bietet aber auch die Gelegenheit, viel Zeit mit Gott zu verbringen und so eine ganz persönliche Beziehung zu Ihm aufzubauen, eine Beziehung die sich während Davids gesamten Leben weiterentwickelte.

Die Geschichte seines Aufstiegs zum Throne Israels begann wohl eher ungewöhnlich. Es fing alles an, als Gott seinen Propheten Samuel losschickte, um denjenigen zu finden, der König Saul ersetzen sollte. Saul hatte sich durch sein schlechtes Verhalten vom Königtum disqualifiziert — und Gott hatte sich für jemand anderes entschieden: den jungen David.

 

Äußerlichkeiten an zweiter Stelle

Gott befahl Samuel zum Hause Isais zu gehen, wo er einen der Söhne Isais zum nächsten König über Israel salben sollte. Samuel tat wie ihm geheißen und sah sich einen Sohn nach dem anderen an. „Als sie nun kamen, sah er den Eliab an und dachte: Fürwahr, da steht vor dem HERRN sein Gesalbter“ (1. Samuel 16,6). Samuel dachte wie es wahrscheinlich die meisten von uns getan hätten: Er war sich sicher, dass der älteste Sohn Eliab mit seiner selbstbewussten Haltung und seinem beeindruckenden Aussehen derjenige wäre, den Gott wählen würde.

„Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht an sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn nicht sieht der HERR auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an“ (1. Samuel 16,7).

Was für Gott zählt, ist das Herz eines Menschen, seine innerste Motivation und seine Einstellung: „Meine Hand hat alles emacht, was da ist, spricht der HERR. Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort“ (Jesaja 66,2). Eliabs makelloser Körper qualifizierte ihn nicht für das Amt des nächsten Königs von Israel. Davids Herz jedoch tat es!

Einer nach dem anderen kamen Isais Söhne vor Samuel, um zu bestimmen, wer von ihnen denn nun König werden solle. Es war seinem Vater gar nicht eingefallen, überhaupt auch nur nach David zu schicken. Samuel war sehr erstaunt, als klar wurde, dass Gott keinen einzigen der Söhne ausgewählt hatte. Also fragte er: „Sind das die Knaben alle?“ (1. Samuel 16,11).

Man sagte ihm, dass der jüngste Sohn noch auf der Weide die Schafe hütete. Samuel sagte: „Sende hin und lass ihn holen; denn wir werden uns nicht niedersetzen, bis er hierher kommt. Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war bräunlich, mit schönen Augen und von guter Gestalt. Und der HERR sprach: Auf, salbe ihn, denn der ist’s. Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des HERRN geriet über David von dem Tag an und weiterhin“ (Verse 12-13). Aus diesen bescheidenen Anfängen kam Israels größter König. David hatte in jungen Jahren gelernt, Schafe zu hüten, nun wollte Gott ihn lehren, eine ganze Nation zu führen.

Nachdem er zum König gesalbt worden war, kehrte er zurück zu seinen Schafen, und es geschah erst etwas später, dass er seine Brüder am Schlachtfeld besuchte und dabei Goliats Herausforderung hörte.

Als David fragte, was mit demjenigen geschehen würde, der Goliat besiegte, wurden seine Worte dem König Saul gesagt. Neugierig geworden sandte der König nach ihm. David ließ sich weder von Israels König, noch von dem feindlichen Riesen einschüchtern. Er erzählte, wie er einst einen Löwen und einmal einen Bären besiegt hatte, die seine Schafherde bedrohten: „So hat dein Knecht den Löwen und den Bären erschlagen, und diesem unbeschnittenen Philister soll es ergehen wie einem von ihnen; denn er hat das Heer des lebendigen Gottes verhöhnt“ (1. Samuel 17,36).

 

Ein Kampf im Namen Gottes
Ohne Rüstung trat David dem Giganten entgegen, in seiner Tasche nur ein paar ausgewählte Steine aus einem nahen Bach. Als Goliat sah wie klein der junge David war, begann er sich über ihn lustig zu machen: „Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit Stecken zu mir kommst? Und der Philister fluchte dem David bei seinem Gott und sprach zu David:
Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den Vögeln unter dem Himmel geben und den Tieren auf dem Felde“ (Verse 43-44).

Davids Antwort zeigte keine Spur von Furcht: „David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spieß, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN Zebaoth, des Gottes des Heeres Israels, den du verhöhnt hast. Heute wird dich der HERR in meine Hand geben…“ (Verse 45-46). Was nun geschah, wurde noch zu Davids Lebzeiten legendär.

„Und David tat seine Hand in die Hirtentasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte ihn und traf den Philister an die Stirn, dass der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein Angesicht. So überwand David den Philister mit Schleuder und Stein und traf und tötete ihn. David aber hatte kein Schwert in seiner Hand“ (Verse 49-50).

Saul und die gesamte Israelische Armee war geschockt, als sie Zeugen des Unmöglichen wurden. Ein unbekannter Hirtenjunge hatte den Riesen getötet. Die erschrockenen Philister flohen und das Blatt wendete sich für die Israeliten.

 

Ein eifersüchtiger König

Nachdem David Goliat getötet hatte, verlangte Saul, dass David im Palast wohne und einen militärischen Posten übernehme (1. Samuel 18,2. 5). Dies tat David und er erwies sich als ein treuer und weiser Anführer.

Als die Israeliten wieder einmal von einem erfolgreichen Feldzug gegen die Philister heim kamen, wurden Saul, David und die Armee vom Volk begrüßt. Als Saul die Frauen singen hörte, „Saul hat tausend erschlagen, aber David zehntausend“ (1. Samuel 18,7), wurde er sehr eifersüchtig auf David.

David diente weiterhin unter seinem eifersüchtigen und oftmals wütenden König. Saul versuchte mehrmals David zu töten, war aber niemals erfolgreich.

Als sich die Umstände nicht besserten, sah David sich dazu gezwungen, vor Saul zu fliehen und mit einer kleinen Schar von Anhängern als Gesetzloser zu überleben. Trotz allen Schwierigkeiten nutzte Gott die Zeit, in der David sich vor Saul verstecken musste, um David viele wichtige Lektionen zu lehren. Durch die Ängste und die Herausforderungen, welche David erlebte, entwickelte er ein starkes Vertrauen in Gott und Entschlossenheit in allem, was er tat.

Zuerst floh David nach Nebo, wo er Vorräte für sich und seine Mannschaft besorgte. Außerdem erhielt er dort das Schwert des Riesen Goliat von dem Priester Ahimelech. Von Nebo ging es weiter nach Gad, tief ins Territorium der Philister. Dort war er zumindest sicher vor Saul. Nach und nach sammelten sich immer mehr Männer um ihn. Wie David waren sie Ausgestoßene der israelischen Gesellschaft. Zusammen bildeten sie den Anfang und den harten Kern von Davids ausgezeichneter Kampftruppe.

Als David nach Judäa zurückkehrte, hörte Saul davon, dass der Priester Ahimelech David geholfen hatte, indem er ihm das Schwert Goliats gab. Außer sich vor Wut befahl Saul, dass die 85 Priester von Nob getötet werden sollten, bloß weil einer von ihnen David zur Seite gestanden hatte. Nur einer von Ahimelechs Söhnen entkam dem Massaker und verbündete sich mit David.

Zu dieserZeit hörte David davon, dass die Philister die Stadt Keilah in Judäa bedrohten. Mit Gottes Hilfe gelang es David, die Philister zu besiegen und Keilah zu befreien. Trotzdem wandten sich die Bewohner Keilahs gegen David, und sie beschlossen, ihn und seine 600 Mann an Saul zu verraten. Also floh David erneut in die Wüste.

 

David verzichtet auf Rache – zwei mal

In dieser Geschichte erkennen wir Davids wahren Charakter.

Als David und Saul das erste Mal aufeinander trafen, führte Saul eine Armee von 3000 Soldaten an. Allesamt waren sie erpicht darauf, Davids kleine Bande endlich zu erwischen. Als Saul eine Höhle betrat, um dort „sein Geschäft zu verrichten“, ahnte er nicht, dass David, und mit ihm seine gesamte Truppe, sich in eben dieser Höhle versteckt hielt. Seine Männer drängten ihn dazu, seinen Verfolger zu töten: „Siehe, das ist der Tag, von dem der HERR zu dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hände geben, dass du mit ihm tust, was dir gefällt“ (1. Samuel 24,4). David jedoch hielt seine Männer zurück. Er schlich sich nur nahe genug an Saul heran, um ihm einen Zipfel von seinem Mantel abzuschneiden.

Ein ahnungsloser Saul verließ die Höhle und ging zu seinen Soldaten. In diesem Moment erschien David am Eingang der Höhle und präsentierte den Rockzipfel. Anstatt Rache zu nehmen, bat er Saul darum, ihn doch nicht mehr zu verfolgen.

Davids sanfter Weg hatte Erfolg. Saul gab zu, dass er ja eigentlich überhaupt keinen Grund hatte, David zu verfolgen, und dass David ihm in allen Dingen immer gut und treu gedient hatte. Saul bat David darum zu schwören, dass er seinen Nachkommen nichts antun würde, wenn er einst König von Israel würde. David schwor es ihm und er hielt sein Versprechen.

Sauls Sinneswandel jedoch war nicht von Dauer. Es dauerte nicht lange und er versuchte wieder David zu fangen und zu töten. Einmal lagerte Saul mit seinen Soldaten in einem Tal. Nachts schlichen sich David und Abischai, einer seiner besten Männer, in die Mitte von Sauls Camp. Zusammen gelangten sie bis zu Sauls Zelt, wo sie den König in tiefem Schlaf fanden. Abischai bat David darum, ihn Sauls Speer nehmen zu lassen und ihren Feind doch endlich zu töten. Doch David hielt ihn zurück: „So wahr der HERR lebt, sicherlich wird der HERR ihn töten, oder seine Zeit wird kommen, dass er sterbe oder dass er in einen Streit ziehe und umkomme. Der HERR aber lasse ferne von mir sein, dass ich meine Hand an den Gesalbten des HERRN lege! So nimm nun den Speer zu seinen Häupten und den Wasserkrug und lass uns gehen!“ (1. Samuel 26,9;11).

Als David und Abischai sich in sicherer Entfernung vom Lager befanden, drehte David sich um, rief laut nach Saul und zeigte ihm wieder einmal, wie leicht er ihn hätte töten können.

Auch dieses Mal war Saul zutiefst beschämt über seine eigenen bösen Absichten David gegenüber. Seine Abschiedsworte hatten prophetischen Charakter: „Gesegnet seist du, mein Sohn David! Du wirst es gewiss tun und vollenden!“ (Vers 25).

 

David wird König

Auch Davids Worte in dieser Nacht waren von prophetischer Natur. Saul starb im Kampf, auch sein Sohn Jonatan (1. Samuel 31,2.6). Davids Trauer über den Tod seines größten Feindes dient uns als ein Beispiel für wahres und aufrichtiges Trauern. Er dichtete sogar ein Lied, Saul und Jonatan zu Ehren, und er befahl das Lied im ganzen Land bekannt zu machen (2. Samuel 1,19).

Anschließend kehrte David nach Juda zurück, wo er in einer öffentlichen Zeremonie zum König gesalbt wurde (2. Samuel 2,4). Er regierte siebeneinhalb Jahre über den Stamm Juda. Vorerst jedoch wurden die nördlichen Stämme noch von Isch-Boschet, einem der Söhne Sauls, regiert.

Die Rivalitäten zwischen den Feldherren des Nord- und des Südreiches erhitzten sich bald mehr und mehr. Abner führte Isch-Boschets Armeen an und Joab war Davids Heerführer. In einer Schlacht zwischen den beiden Armeen tötete Abner einen der Brüder Joabs. Joab wiederum nahm Rache, indem er Abner tötete. David trauerte um seinen Feind Abner ebenso wie um Saul und seinen Sohn. Kurz danach wurde Isch-Boschet umgebracht. Auch um diesen trauerte David und bestrafte dessen Mörder. Dieses Verhalten zeigt uns, wie David stets um Fairness bemüht war, er ließ es nicht zu, dass eine unrechte Tat ungestraft blieb. Lieber blieb er der König eines einzigen Stammes, als sich mit unrechter Gewalt den Thron zu erkämpfen.Jetzt war der Weg frei für David, um rechtmäßig Anspruch auf das ganze Land Israel zu erheben. Schließlich wurde er zum König über eine wiedervereinte Nation gesalbt. Kurz danach eroberte er Jerusalem und machte es zu seiner Hauptstadt (2. Samuel 5,6-10). Er regierte 33 Jahre lang über das vereinigte Israel. Zusammen mit den 7 Jahren in Juda ergibt das eine Regierungszeit von vollen 40 Jahren.

Unter Davids Herrschaft florierte das Königreich. Die Dinge standen gut für ihn, militärisch, politisch und geistig. Mit Gottes Hilfe errang David einen Sieg nach dem anderen.

Gott war mit David. Seine materielle Macht war atemberaubend. Sein Königreich grenzte an das Mittelmeer im Westen, an die Wüste Sinai im Süden, an den Euphrat im Norden und im Osten umfasste es viel Land jenseits des Jordans. Wahrscheinlich findest du hinten in deiner Bibel eine Landkarte Israels. Versuche doch mal Davids Reich auf einer dieser Karten zu finden, alle nötigen Informationen haben wir dir gerade gegeben. Falls du keine Karten in deiner Bibel hast, kannst du dir auch einfach einen Atlas nehmen.

 

Schwere Zeiten an Davids Hof

Wie alle Menschen, war auch David alles andere als perfekt. Einige seiner Fehltritte waren recht dramatisch. Gott, der sich darum gekümmert hat, dass Davids ruhmreiche Taten bis in unsere Zeit überliefert wurden, lässt auch seine Fehler nicht in Vergessenheit geraten. So können wir von seinem guten wie auch von seinem schlechten Beispiel vieles lernen (Römer 15,4; 1. Korinther 10,11).

Sein Ehebruch mit Batseba, der Frau des Uria, wurde zu einem Wendepunkt in Davids Leben. Gott bestrafte ihn hart für seinen Ehebruch und den darin verwickelten Mord. Bis hierhin war David sehr erfolgreich in allem, was er tat, doch seit dieser Episode nahmen seine Probleme mehr und mehr zu. Davids Reue, festgehalten in Psalm 51, gilt als ein inspirierendes Beispiel für alle Zeiten.

Im nächsten großen Abschnitt in Davids Leben geht es vor allem um seinen Sohn Absalom. Nach großen Problemen in der Familie, begann Absalom aktiv gegen David vorzugehen – er wollte auf den Thron seines Vaters (2. Samuel 15). Durch viele falsche Versprechungen schaffte er es schließlich, das Volk auf seine Seite zu ziehen. Sein Vater, David, musste wieder einmal fliehen, um sich zu retten.

Schlussendlich kam es zur Schlacht zwischen Absaloms Truppen und Davids Getreuen. Absaloms Männer waren keine Herausforderung für Davids erfahrene Streiter. Es gab ein schreckliches Gemetzel, und dieses Mal war es Absalom, der um sein Leben floh. Als er sich auf seinem Maultier davon machte, blieb er mit seinen langen Haaren in den Zweigen eines Baumes hängen. Das Tier lief einfach weiter und ließ Absalom im Baum hängen. Als er noch versuchte sich zu befreien, holten ihn seine Verfolger ein und töteten ihn.

Nach Absaloms Tot war das Vertrauen des Volkes in die starke Hand ihres Königs David zutiefst erschüttert. Es dauerte viele Jahre, bis ganz Israel ihn wieder als König akzeptierte.

 

Ein Mann nach Gottes eigenem Herzen

Wenn wir alle Schwierigkeiten und Fehler Davids betrachten, wundern wir uns vielleicht, warum Gott trotz allem immer noch gut von ihm dachte. Ein Teil der Antwort auf diese Frage finden wir darin, dass David sich trotz aller Fehltritte immer noch von ganzem Herzen darum bemühte, Gottes Willen zu tun. Er gab nicht auf! Er zog sich nie von seinen Verantwortungen zurück. Er fiel, doch er stand wieder auf und gab sein Bestes. Die Bibel zeigt uns, dass umso mehr Schwierigkeiten David durchlebte, umso mehr auch seine Kraft und sein guter Charakter wuchsen.

David blieb Gott sein ganzes Leben lang treu. Seine Loyalität gegenüber seinem Schöpfer stand stets außer Frage. Er traf nicht immer die besten Entscheidungen, und er beging auch einige Sünden, doch war er stets bereit, seine Fehler einzusehen und sich zu ändern. Nie machte er Gott oder andere Menschen für seine eigenen Fehler verantwortlich.

In der Apostelgeschichte sagte Paulus, dass David ein Mann nach Gottes eigenem Herzen war. Gott, so schrieb er, „erhob David zu ihrem König, von dem er bezeugte ‘Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der soll meinen ganzen Willen tun‘“ (Apostelgeschichte 13,22). Welch eine Ehre für den Hirtenjungen, der zum König wurde!