Bibelstudium: Kann mir jemand sagen, wohin ich gehe?

Der Weg Gottes ist der einzige Weg in diesem Leben, der auf lange Sicht auch funktioniert. Macht es nicht Sinn, dass der Erschaffer allen Lebens, der einzige ist, der wirklich weiß, wie man dieses Leben führen soll? Sicherlich möchte Gott, dass wir Abenteuer erleben, Spaß und Liebe erfahren. Doch jedesmal, wenn wir einen falschen Weg in dem Irrgarten des Lebens wählen, ist das Ende kein gutes – ganz egal wie gut der Weg vorher ausgesehen haben mag.


a) Timotheus: Ein junger Mann, der die Schrift kannte

Die Bibel enthält viele Geschichten von jungen Menschen, die Gottes Ruf gefolgt sind. Joseph zum Beispiel litt, als er noch jung war, unter seinen älteren Brüdern. Er wurde jedoch von Gott unterstützt und trug schlussendlich zur Rettung seiner ganzen Familie bei. Oder Josia – um ein anderes Beispiel zu nennen – wurde bereits in jungen Jahren zu einem gerechten König. Ester wiederum veränderte als junge Frau sogar den Lauf der Geschichte eines Weltreiches. Und Timotheus wurde als junger Mann durch das, was er als Kind gelernt hatte, ein Pastor in der frühen Kirche.

Die Bibel enthält zwei Briefe, die der Apostel Paulus an Timotheus geschrieben hat. In 2. Timotheus 3,14-15 schreibt Paulus: „Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.“

Timotheus war insbesondere deshalb ein guter Pastor, weil er die Schriften (die Bibel) schon früh in seinem Leben kennen gelernt hat. Was zudem seine Geschichte besonders werden lässt, ist der Umstand, dass sein Vater ein ungläubiger Heide war und die gesamte (christliche) Ausbildung von Timotheus ausschließlich durch die Mutter und Großmutter geschah (Apostelgeschichte 16,1). So schreibt Paulus in 2. Timotheus 1,5: „Denn ich erinnere mich an den ungefärbten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; ich bin aber gewiss, auch in dir.“

Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben nur die wenigsten eine eigene Bibel besessen. Und diejenigen, die eine Bibel hatten, haben sie unter großen Kosten erworben. Manch einer starb bei dem Versuch, eine Bibel vor denen zu verstecken, die sie zerstören wollen. In diesem Sinne bist du sehr bevorzugt, denn du kannst eine eigene Bibel besitzen und sie sogar ungehindert lesen. Daher raten wir: Nimm deine Bibel, wische den Staub von ihr ab und bereite dich auf dein größtes Abenteuer vor.

b) 2. Timotheus 3,16-17: Was waren die Anweisungen von Paulus an Timotheus bezüglich der Bibel? Lies dazu die oben angegeben Verse in deiner Bibel nach. Versuche folgende Fragen anhand der gelesenen Bibelstelle zu beantworten:

– Was ist „Lehre“?
– Was ist „Zurechtweisung“?
– Was ist „Besserung“?
– Was ist „Erziehung in der Gerechtigkeit“?
– Vers 17: Was sollte das Resultat des Studiums und der Anwendung der Bibel sein?

c) Hebräer 4,12: Inwiefern ist das Wort Gottes “lebendig und kräftig“? Wie kann das Wort Gottes ein „zweischneidiges Schwert“ sein?

d) 2. Petrus 1,20-21: Welche Prinzipien können wir während des Bibelstudiums anwenden, um irrige Eigeninterpretationen zu vermeiden?

 

Prinzipien des Bibelstudiums

Du kannst das folgende Experiment einmal versuchen: Sprich mit 10 verschiedenen Leuten über eine Frage die die Bibel betrifft. Z.B. „Was ist die Auferstehung von den Toten?“ – Es ist wahrscheinlich, dass du viele verschiedene Antworten erhältst. So unklar ist vielen Menschen das was die Bibel sagt. Wie können aber wir die Bibel so studieren, dass wir wirklich verstehen, was Gott uns sagt?

Sieh die Bibel als das Wort Gottes und nicht als das Werk von Menschen

Wir müssen der Bibel gegenüber aufgeschlossen sein, auch wenn sie vielleicht nicht immer das sagt, was wir hören wollen. Um ein offenes Herz zu erlangen, bitte Gott um Einsicht und Führung. Er wird sie dir gerne geben.

Beschaffe dir einen Überblick über die Geschichte und Bräuche der Bibel

Die Bibel wurde von dutzenden verschiedenen Autoren geschrieben. Die einzelnen Bräuche zu kennen und einen Überblick über die Geschichte zu haben, kann dein Bibelstudium beleben und vereinfachen. Studiere zum Beispiel eine gewisse Passage der Bibel und versuche herauszufinden was sie für diejenigen bedeutet haben kann, die direkt davon betroffen waren. So kann es helfen zu wissen, dass zu Zeiten Jesu die Menschen Sandalen trugen und es ein Brauch war, dass Diener Wasser für ihre Gäste bereitstellten, damit diese ihre Füße waschen konnten. Auf diese Weise lässt sich leichter nachvollziehen, warum Petrus seine Füße nur mit Widerwillen von Jesus waschen ließ: Petrus wollte nicht, dass sein Meister Jesus zu seinem Diener würde. Nachlesen kannst du die Geschichte in Johannes 13,1-9.

Kenne die Art des Buches das du liest

Der Kolosserbrief ist ein von Paulus geschriebener Brief, der an eine einzige Gemeinde gesandt wurde. Das Matthäusevangelium ist eine Art Biographie des Lebens Jesu. Die Bücher 1. und 2. Könige sind geschichtliche Bücher. Die Psalmen sind eine Sammlung von Gedichten und Liedern. Die Offenbarung ist ein prophetisches Buch, das viele Visionen und Symbole enthält. Zu wissen, welche Art von Buch man liest, kann helfen, es besser zu verstehen und einzuordnen.

Lies die Verse in ihrem Kontext (Zusammenhang)

Die Verszählung und Aufteilung in Kapitel sind nicht Teil der ursprünglichen Schriften. Sie sind nachträglich in unsere Bibeln eingefügt worden, um das Studium der Bibel übersichtlicher zu gestalten. Mit Hilfe der Zahlenangaben kann man Bibelstellen viel leichter ausfindig machen. Leider unterbrechen sie jedoch manchmal den Gedankengang. Daher muss man zuweilen mehr als ein Kapitel oder gleich das ganze Buch lesen, um den Zusammenhang der Verse korrekt zu begreifen.

Untersuche, was die gesamte Bibel über ein Thema zu sagen hat

Da Gott die Bibel inspiriert hat, ist sie in ihren Lehren einheitlich. Wenn manche Verse sich dennoch zu widersprechen scheinen, gilt es die anderen Abschnitte auch zu lesen, die sich mit dem Thema der Verse beschäftigen. Oft lösen sich scheinbare Widersprüche auf diese Weise schnell auf. Wenn man zum Beispiel Epheser 2,8-9 mit Römer 2,13 vergleicht, scheinen beide Verse unvereinbar zu sein. Jakobus 2,22 hingegen gibt Antwort und löst das Problem auf unkomplizierte Weise. Lies am Besten jetzt gleich die angegebenen Stellen nach.

Lass die Bibel sich selbst auslegen

In der Bibel finden sich viel Poesie und prophetische Visionen. Einiges davon kann etwas anderes bedeuten als es auf den ersten Blick scheint. Es ist spannend die wahren Bedeutungen der scheinbar seltsamen Worte und Gedanken zu entdecken. Die Bibel gibt uns dabei den Schlüssel für ihr Verständnis – sie erklärt sich also selbst.

Ein Beispiel dazu: In Daniel 8 beschreibt Daniel eine Vision von zwei Tieren, die miteinander kämpfen. Die wahre Bedeutung dieser Vision zu erraten kann in allerlei Missverständnissen enden. Wenn wir jedoch etwas weiter im Kapitel lesen, gibt uns die Bibel die richtige Antwort auf die Frage: die beiden Tiere stehen für die Reiche Persien und Griechenland, die Krieg miteinander haben werden.

Gehorsam führt zu Verständnis

Manchmal scheinen Gottes Anweisungen und Vorschriften unverständlich zu sein. Es liegt an uns, darauf zu vertrauen, dass Gott am Besten weiß was gut und wichtig für uns ist. Wenn wir wirklich nach seinen Anweisungen leben, wird er uns Verständnis durch seinen Heiligen Geist schenken. Lies dazu abschließend: Psalm 119,9-16; 33-40; 73-80. Und vergiss nie: Die Bibel ist Gottes Anleitung für unser Leben.