Wie ich lernte mich so zu lieben, wie Gott es tut

 

Hast du dich schon einmal hässlich gefühlt? Hat du gedacht, dass niemand dich liebt? Dass du dumm und bedeutungslos bist?

 

Ich habe mich so gefühlt – und nicht nur ein mal. Auch wenn ich mich nicht mehr genau daran erinnern kann, wann das alles begann, ich kann mich gut daran erinnern, dass ich in der Grundschule gehänselt wurde, weil ich das kleinste Kind in meiner Klasse war. Ich weiß auch noch, wie demütigend es sich an fühlte, als ich in der Mittelstufe einer Tanzgruppe beitreten wollte, und wie beim Vortanzen meine dicke Brille quer durch den Raum flog. In der Oberstufe gab es mehr als genug Gelegenheiten für Selbsthass. Angefangen bei den Jungen, die mich ignorierten, bis hin zu dem Nichtbestehen eines Tests, für den ich viel gelernt hatte. Diesen und vielen anderen Erfahrungen, hätte ich mit einer anderen Einstellung begegnen können – habe ich aber nicht. Manchmal geschehen Dinge, die wir nicht kontrollieren können, und das ist in Ordnung so. Doch für mich war es nicht in Ordnung. Für mich wurden diese Situationen immer mehr zu einem Tyrannen, der mir immer wieder vor Augen führte, dass ich unbeliebt, dumm und wertlos bin.

 

Doch warum wurde ich mir selber zum Tyrannen? Mit der Zeit habe ich gelernt, dass meine negativen Gefühle nicht nur aus demütigenden Situationen und lieblosen Worten entstehen, sondern auch aus meiner inneren Stimme. Diese innere Stimme ist der wahre Tyrann gegen den ich kämpfe. Ein Tyrann, der es auf mein Selbstvertrauen abgesehen hat. Ein Tyrann, der  mich so sehr mit Selbsthass erfüllt, dass es mir Angst macht.

 

Es ist noch gar nicht lange her, da glaubt ich dieser inneren Stimme, die mir soviel schlechtes über mich selber erzählte. Es hat mich viel Zeit und Mühe gekostet, zu akzeptieren, dass ich selber mein größter Feind war. Ich fühlte mich schlecht, da ich daran GLAUBTE dumm, hässlich und schwach zu sein. Als ich erkannte, dass ich mein eigener Tyrann war und mir selber immer wieder diese Dinge einredete, fühlte ich mich schrecklich. Solche Dinge würde ich niemals zu meinen Freunden sagen, aber mich selber machte ich auf die übelste Art und Weise runter. Wie war das nur möglich? Wie konnte ich mit mir selbst nur so umgehen?

 

Weil ich mich nicht alleine so runtermachte! Gott sagt uns in 1. Petrus 5,8 denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Wir kennen ihn auch als den Mächtigen, der in der Luft herrscht (Ephaeser 2,2) also als ein Wesen, dass uns beeinflussen kann, ohne dass wir es gleich merken. Satan kann unsere Gedanken und Gefühle negativ beeinflussen, um uns so von Gott weg zu treiben.

 

Ich trage zu meinen eigenen negativen Gedanken bei. Doch wenn ich damit aufhöre, sie immer wieder zu wiederholen, dann gebe ich Satan auch nicht die Gelegenheit mich anzugreifen. Es ist wie ein Kampf in mir. Wenn ein negativer Gedanke in mir aufkommt, kann ich mich an ihm festhalten und immer weiter im Selbstmitleid versinken, oder ich kann ihn loslassen und mich auf mein wahres Leben konzentrieren.

 

Zum Glück bin ich in diesem Kampf nicht alleine. Ein unglaublicher Gott steht mir zur Seite! Er gibt mir Mut, Kraft und Selbstbewusstsein, wenn ich es selber nicht aufbringen kann. Und durch seine Worte der Wahrheit und der Liebe, kann ich lernen mich so zu sehen, wie er mich sieht: als eine Person die er geschaffen hat und mit der Er sich eine Beziehung wünscht. Gott wünscht sich eine positive, liebevolle und respektvolle Beziehung zu allen Menschen. Außerdem wünscht Gott sich, dass wir Menschen uns untereinander lieben. Wir sollen unsere Mitmenschen lieben, wie wir uns selber lieben (Markus 12, 31). Das ist natürlich gar nicht so einfach, wenn ich mich selber kaum liebe. Daher ist es so wichtig, dass ich mich selber liebe. Und zwar nicht nur irgendwie, sondern mit der perfekten Liebe, mit der Gott mich liebt. Zumindest ist das mein Ziel. Denn nur so kann ich auch meinen Mitmenschen wirklich lieben und ihnen auf rechte Weise dienen.

 

Der erste Schritt bei der Überwindung meiner Unsicherheiten war es zu realisieren, dass viele  meine Gedanken einfach nicht wahr waren! Gott hilft uns dabei zu unterscheiden, was Wahrheit und was Lüge ist – auch wenn es um unsere eigenen Gedanken geht. Wir brauchen Ihn nur im Gebet um Weisheit und Einsicht zu bitten, und Er wird uns helfen.

 

Wenn ich heute negative Gedanken habe, dann frage ich mich: entspringen diese Gedanken aus Gottes Wahrheit oder aus Satans Lüge? Die Bibel sagt uns in Johannes 8, 44 folgendes über Satans Charakter: Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.

 

Gottes wahre Worte trösten mich, denn Er kennt mich wie ich wirklich bin.

 

Wenn ich mal wieder negativ über mich denke, dann frage ich mich: sind diese Gedanken wahr? Dann benutze ich die Bibel und Gottes Weisheit um die Lügen zu erkennen und sie zurück zu weisen.

 

Ich möchte dir jetzt ein paar Beispiele für die Lügen geben, die immer wieder in meinem Kopf erscheinen. Immer gefolgt von Gottes Wahrheit.

 

Lüge: “Du bist schwach, körperlich und geistig. Niemand respektiert dich, weil du so schwach bist“.

Wahrheit: Aber er hat zu mir gesagt: Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir.“ Darum will ich vor allem auf meine Schwachheit stolz sein. Dann nämlich erweist sich die Kraft Christi an mir. Und so trage ich alles, was Christus mir auferlegt hat – alle Misshandlungen und Entbehrungen, alle Verfolgungen und Ängste. Denn ich weiß: Gerade wenn ich schwach bin, bin ich stark (2. Kor. 12, 9-10).

 

Lüge: “Du bist nicht schön genug um gemocht zu werden. Du verdienst keine Liebe”.

Wahrheit: Du hast mich geschaffen – meinen Körper und meine Seele, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich! (Psalm 139:13-14).

 

Lüge: “Deine Entscheidungen von heute bestimmen deine ganze Zukunft und du hast schon zu viele falsche Entscheidungen getroffen.”

Wahrheit: Euer Vater im Himmel weiß doch genau, dass ihr dies alles braucht. Sorgt euch vor allem um Gottes neue Welt, und lebt nach Gottes Willen! Dann wird er euch mit allem anderen versorgen. Deshalb sorgt euch nicht um morgen – der nächste Tag wird für sich selber sorgen! Es ist doch genug, wenn jeder Tag seine eigenen Lasten hat. (Matthäus 6, 32-34).

 

Satan möchte, dass ich ihm glaube was er sagt, so dass ich Gottes Wahrheiten für Lügen halte, wenn ich sie höre. Doch mit Übung, täglichem Gebet und Bibelstudium, kann ich erkennen, was Gott mir sagen möchte. Er ist meine Stärke. Er formte mich, damit ich seine schöne Tochter werde, und das schon bevor ich auch nur geboren war. Er zeigt mir den Pfad, den ich gehen soll und der mich zu Sicherheit und Freude führt. Ich kann mich an seinen Worten erfreuen, mit dem festen Glauben daran, dass sie auch an mich gerichtet sind!

 

Selbstwertgefühl statt Stolz

 

Mein Ziel ist es nicht stolz oder überheblich zu sein. Stolz führt zum Sturz, Bescheidenheit aber bringt zu Ehren (Sprüche 18,12). Gott möchte, dass ich Ihn mehr liebe als mich selbst. Doch Selbsthass geht eindeutig zu weit! Er schuf mich nach seinem Bilde (1. Mose 1,27), indem ich mich selber hasse, hasse ich eigentlich Gottes Schöpfung. Ja, ich kann Sünde in mir verabscheuen, doch Gott möchte dass ich meine Fehler bereue und meine Leben weiterlebe. Es gibt keinen Grund in Selbsthass zu verfallen.

 

Mit Selbsthass auf der einen und Stolz auf der anderen Seite, wo kann ich zu Ruhe kommen?

 

Selbstwertgefühl ist ein gutes Ziel. Jemanden wert achten bedeutet ihn zu schätzen, sich um ihn zu sorgen, Wärme und Liebe für ihn zu empfinden. Gott definiert die wahre Bedeutung von Liebe in 1. Korinther 13: Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen, sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Liebe ist immer bereit zu verzeihen, stets vertraut sie, sie verliert nie die Hoffnung und hält durch bis zum Ende.

 

Glaube ich diese Worte und wende ich sie auch auf mich selber an? Oder glaube ich meinem inneren Tyrannen?

 

Um mein Selbstwertgefühl zu stärken, wende ich diese Göttliche Liebe auf mich selber an. Ich sehe meine Fehler und ich bereue sie. Ich sehe die Fehler meiner Mitmenschen und ich vergebe ihnen. Ich respektiere andere und ich erkenne was sie von mir unterscheidet. Ich akzeptiere diese Unterschiede zwischen uns Menschen, anstatt mich minderwertig zu fühlen!

 

Mich selber zu schätzen und zu lieben ging nicht von heute auf morgen. Es war nicht immer einfach und manchmal ist es immer noch schwer. Doch indem ich auf Gott und seine Liebe vertraue, kann ich meinem Tyrannen wiederstehen! Mein Leben wurde Schritt für Schritt besser. Heute bin ich geistig und auch emotionell viel stabiler und zufriedener.

 

Ich bin überzeugt, dass jeder, der diesen Prinzipien folgt und Gottes Wort ganz praktisch in die Tat umsetzt, Gottes Hilfe erfahren wird!

 

Brittany McGarity

 

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