Was deine Kleider über dich verraten!

Von Amanda Stiver

 


„Ein Kleid sollte eng genug sein, um zu zeigen, dass du eine Frau bist – und weit genug, um zu beweisen, dass du eine Lady bist.“

Dieses großartige Zitat wird Edith Head zugeschrieben. Edith Head war eine berühmte Modedesignerin des 20. Jahrhunderts. Sie arbeitete für die Paramount und Universal Filmstudios. Sie versorgte fast 1000 US-amerikanische Filme mit ihren Kostümentwürfen und erhielt dafür 35 Oscar-Nominierungen und gewann acht Oscars. Sie wurde damit zur bis jetzt meistausgezeichneten Kostümbildnerin und Frau in der Geschichte der Academy Awards. Ihre Aussage beschreibt einen Kleiderstil, der als “elegant” und “geschmackvoll“ zusammengefasst werden kann. Zugleich beweist dieser Stil die Tatsache, dass Sittsamkeit keine Uniform oder eine Kleidergröße, die allen passt, sein muss.

Sittsamkeit in Bezug auf eine angemessene Kleidung beinhaltet die folgenden Richtlinien. Nach diesen Richtlinien können wir einen persönlichen und angemessenen Kleiderstil entwickeln, der gleichzeitig unseren Körper bedeckt, sich unserem Geschlecht anpasst und Respekt gegenüber denjenigen ausdrückt, die uns täglich sehen. Nachfolgend möchte ich einige Ratschläge aufzählen, die uns helfen können, unseren eigenen sittsamen Stil zu finden.

 

1. Gedanken zur Sittsamkeit

Was macht Sittsamkeit aus? Sittsamkeit ist ein Ausdruck von Liebe gegenüber anderen. Ein Mädchen bzw. eine Frau, die ihren Körper auf angemessene Weise bedeckt, nimmt Rücksicht auf ihre männlichen Freunde und Bekannten, indem sie sie nicht durch ein aufreizendes Äußeres in Versuchung führt. Ebenso sollte auch ein Mann darauf achten, dass seine Kleidung gut sitzt.

Was bei einer Person gut angezogen aussieht, sieht bei einer anderen Person vielleicht ganz anders aus. Ein Kleid, das bei einer kleinen Frau über die Knie fällt, kann für eine größere Frau viel zu kurz sein. Sittsamkeit drückt sich also auch darin aus, entscheiden zu können, ob der persönliche Kleidungsstil angemessen ist.

Sittsamkeit kann auch von der Situation abhängen. Dehnbare Sporthosen und ärmellose Tops zum Beispiel, die beim Sport Bewegungsfreiheit ermöglichen, gehören nicht in den Gottesdienst. In der Bibel trugen die Priester im Tempel Gottes in Jerusalem besondere Kleidung. Das gehörte zum Gottesdienst. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass wir auch heute darauf achten sollten, zum Gottesdienst die beste Kleidung anzuziehen, die wir haben.

Wir sollten auch nicht vergessen, dass unser Auftreten mit der Botschaft, die wir als Mitglieder der Kirche Gottes repräsentieren, in Verbindung gebracht wird. Wenn wir uns aufreizend kleiden, aber über Bescheidenheit und Reinheit reden, machen wir uns einer Doppelmoral schuldig!

 

2. Sich anziehen wie … ein Kunstwerk?

Der größte Künstler aller Zeiten ist der ewige Schöpfergott. Unter der Anweisung von Gott, dem Vater, schuf Jesus Christus, lange bevor er Mensch wurde, das ganze Universum.

Der Schöpfergott hat einen Teil seiner kreativen Fähigkeit mit uns geteilt. Gott sagte über den Künstler Bezalel, der die Stiftshütte Gottes in der Wildnis baute: „Ich habe ihn mit meinem Geist erfüllt, ihm Weisheit und Einsicht gegeben und ihn zu jeder künstlerischen Tätigkeit befähigt. Er kann Bilder und Gegenstände entwerfen und sie in Gold, Silber oder Bronze ausführen“ (2. Mose 31,3-4; Gute Nachricht Bibel). Auch wenn es sich hierbei um einen speziellen Fall handelt, haben wir alle bestimmte Talente geschenkt bekommen.

Wie kann unser künstlerisches Talent uns bei unserer Kleidung helfen? Wenn ihr nähen könnt, könnt ihr einen zu tiefen Ausschnitt leicht abändern. Falls ihr nicht nähen könnt, dann gibt es vielleicht jemanden in der Familie oder im Freundeskreis, der euch dabei helfen kann. Mit ein paar Nähkenntnissen kann man aus einem einfachen Kleidungsstück, ein ausdruckvolles, modisches Teil schaffen, dass den eigenen Stil unterstreicht und trotzdem sittsam ist.

 

3. Ein Sache von Zentimetern, nicht Metern: der Spiegeltest

Nehmt euch einen Moment Zeit, um in den Spiegel zu schauen, bevor ihr das Haus verlasst. Der Spiegel lässt euch sehen, was andere sehen werden, wenn sie euch anschauen. Ist die Kleidung sittsam und angemessen? Ist sie viel zu aufreizend oder dem Anlass des Tages nicht angemessen? Repräsentiert ihr euch und euren Gott gut?

 

Für die Damen einige Checkpunkte:

• Ist euer Busen ausreichend bedeckt? Ist der Ausschnitt zu tief? Wenn ein Ausschnitt zu tief ist, lässt sich das leicht durch ein Top, das man unter das Kleid oder die Bluse zieht, ändern.

• Ist das T-Shirt so kurz, dass man den Bauchnabel sehen kann? Sind die Shorts zu kurz? Ist der Rock so kurz, dass man ihn mit einem breiten Gürtel verwechseln könnte? Wenn dem so ist, wähle etwas Längeres zum Anziehen. Manchmal erscheint ein Kleid bzw. ein Rock lang genug, wenn man steht. Sobald man sich hinsetzt, kann der Rock aber viel zu kurz werden. In diesem Fall ist es ratsam einen Schal oder eine Jacke mitzunehmen, die man gegebenenfalls beim Sitzen über die Knie legen kann.

• Beim Gottesdienst zeigt man Respekt, indem man die Schultern bedeckt trägt. Zu diesem Zweck kann man auch einen Schal oder eine Strickjacke mitnehmen, die man sich beim Gottesdienst überziehen kann.

• Kontrolliert eure T-Shirts, Röcke, Kleider und Hosen – sitzen sie locker oder hauteng? Am Besten achtet man bei der Kleidung auf ein gutes Mittelmaß zwischen enganliegender, taillierter und locker sitzende Kleidung.

• Passt eure Kleidung im Allgemeinen? Wenn ihr gerade mit etwas zu viel Gewicht kämpft, versucht nicht, euch in eine kleine Größe zu zwängen. Wenn ihr gerade ein paar Kilos verloren habt, solltet ihr die Kleidung vielleicht etwas enger wählen, damit sie wieder passt.

 

Für die Herren:

• Auch die Herren sollten auf ihre Kleidung achten. Die Kleidung sollte dem Anlass angepasst werden.

• Sehr enganliegende Hosen und Hemden sind nicht angemessen.

• Auf der anderen Seite: Sitzt die Hose so weit und locker, dass die Unterhose bzw. der nackte Hintern zu sehen ist? Ist solch ein Aussehen ein richtiges Beispiel für einen Nachfolger Christi? Zieht die Hosen hoch!

Es ist möglich, sich modisch aber zugleich angemessen zu kleiden. Meistens geht
es dabei nur um ein paar Zentimeter extra Körperbedeckung. Sittlich
angemessene Kleidung ist ein sehr einfacher Weg, Mitmenschen gegenüber
Liebe zu zeigen, indem man jeglichen Anstoß vermeidet.

 

Für alle:

• Passt die Kleidung? Ist sie sauber? Weist die Kleidung Risse und Löcher auf? Wenn ja, dann sollte man sich die Zeit nehmen, das Problem zu beheben.

• Bewegt euch vor dem Spiegel: Setzt euch hin, steht auf, beugt und bückt euch, tanzt und dreht euch. Die Körperbedeckung der Kleidung ändert sich mit der Bewegung. Beim Spiegeltest entdeckt man vielleicht einen Winkel, der die falsche Art von Aufmerksamkeit anziehen könnte und deshalb korrigiert werden sollte. Achtet auch darauf, welche Körperhaltung ihr habt. Lächelt ihr, steht ihr gerade? Kann man an eurer Haltung erkennen, dass ihr für den Lebensweg des Schöpfers steht? Vielleicht erscheinen diese Ratschläge als pingelig und altmodisch. Doch die Art und Weise, wie wir uns kleiden, sagt viel über uns aus.

Bezieht Stellung für einen guten Geschmack, Kleidungsstil und Gottes Lebensweg – setzt ein sittsames Beispiel!

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