Du willst klug sein? Lerne von Salomo!

Ich dachte immer, die Bibel sei etwas für Erwachsene. Salomo belehrte mich eines Besseren.

Von Scott Ashley


Ich dachte immer, die Bibel sei etwas für Erwachsene. Bis ich dann selbst erwachsen wurde. Dann dachte ich, sie sei etwas für noch ältere Erwachsene als mich. Die Bibel enthält zum Teil recht schwierigen Lesestoff, der nicht immer einfach zu verstehen ist, geschweige denn zu befolgen! Ich meinte, die Bibel beschäftige sich nur mit Erwachsenenverhalten, Erwachsenenproblemen und Erwachsenenlösungen.

Daher war ich ziemlich überrascht, als ich einmal die Sprüche Salomos aufschlug und zum ersten Mal den Grund entdeckte, warum Salomo dieses Buch überhaupt geschrieben hat.

„Dies sind die Sprüche Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel, um zu lernen Weisheit und Zucht und zu verstehen verständige Rede, dass man annehme Zucht [oder: Bildung], die da klug macht, Gerechtigkeit, Recht und Redlichkeit; dass die Unverständigen klug werden und die Jünglinge vernünftig und besonnen.“ So heißt es am Anfang des Buches (Sprüche 1,1-4).

Salomo sagt: Auch ein Weiser könne daraus lernen, aber er wiederholt immer wieder, dass sich das Buch hauptsächlich an die jüngeren Leute richte. „Mein Sohn“, so beginnen viele Mahnungen und Lehrverse. Das vierte Kapitel wird mit „Höret, meine Söhne“ eingeleitet.

Eine notwendige Anleitung

Ein Buch für junge Leser also. Warum? Salomo beantwortet das selbst in Sprüche 22, 6: „Erziehe dein Kind angemessen für seinen Lebensweg; dann wird es auch im Alter nicht davon abweichen“ (Menge-Übersetzung).

Alle Kinder lernen von ihren Eltern entweder gutes oder schlechtes Verhalten. Wird jemandem in seiner Kindheit kein verantwortungsvolles Verhalten beigebracht, so wird er es später wahrscheinlich nur noch sehr schwer lernen.

Gott will, dass wir aus den Erfahrungen anderer Menschen lernen, und hat darum viele Ereignisse in der Bibel für uns festhalten lassen (1. Korinther 10,11). Selbst Erfahrung zu machen ist zwar oft der wirksamste Lehrer, aber nicht unbedingt der beste.

Wenn man einmal etwas ausprobiert hat und es war nachteilig oder sogar sehr schädlich, dann kann man es nicht mehr einfach ungeschehen machen. Auch wenn Gott uns die Sünde vergibt, verhindert er nicht unbedingt, dass wir unter den Folgen unserer verkehrten Handlung leiden.

Lest einmal von Davids großen Fehlern in 2. Samuel 11 und 12. David beging Ehebruch und Mord, und obwohl ihm Gott vollständig vergab, hatte er als Folge seiner Missetaten Schreckliches zu erleiden.

Es ist bestimmt besser, jetzt aus Davids Fehlern zu lernen, als sie irgendwann selber zu begehen und dann die schlimmen Konsequenzen erleben zu müssen. Und genau darum geht es im Buch der Sprüche: Wir können aus den Erfahrungen anderer lernen!

 

Von Gott gegebene Weisheit

Aber was machte Salomon überhaupt zum großen Lehrer, was hat ihn so berühmt gemacht? Lest selbst: „Und Gott gab Salomo sehr große Weisheit und Verstand und einen Geist, so weit, wie Sand am Ufer des Meeres liegt … Und er war weiser als alle Menschen … Und aus allen Völkern kam man, zu hören die Weisheit Salomos, und von allen Königen auf Erden, die von seiner Weisheit gehört hatten“ (1. Könige 5,9-14). Nicht schlecht oder? Salomo war also der absolut Intelligenteste Mensch seiner Zeit, und alle wollten hören was er zu sagen hatte! Vielleicht hat er ja auch dir etwas zu sagen, das du noch nicht weißt.

 

Sage mir, mit wem du umgehst

Zuerst befasst er sich mit den Freunden, die man sich richtig aussuchen sollte. „Mein Sohn, wenn dich die bösen Buben locken, so folge nicht“, warnt Salomo.

„Wenn sie sagen: Geh mit uns! Wir wollen auf Blut lauern und den Unschuldigen nachstellen ohne Grund … wir wollen kostbares Gut finden, wir wollen unsre Häuser mit Raub füllen; wage es mit uns! … mein Sohn, wandle den Weg nicht mit ihnen, halte deinen Fuß fern von ihrem Pfad; denn ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, Blut zu vergießen“ (Sprüche 1,10-16).

Es vergeht kein Tag, ohne dass die Zeitungen schaurige Einzelheiten bringen über Morde, Überfälle, Vergewaltigungen und Misshandlungen, die von Jugendlichen begangen werden. Genau wie Salomo es beschrieben hat. Nicht nur in die „große“ Kriminalität kann man hineinrutschen, wenn man mit den falschen Leuten seine Zeit verbringt, sondern viel leichter noch in die „kleine“: Drogen- und Alkoholmissbrauch, Vandalismus, Betrügereien und anderes. Sei also klug, wie Salomo sagt, und meide Menschen, die dich auf ein schlechtes Niveau herunterziehen.

Dieser Grundsatz gilt – wie Salomo uns zeigt – auch umgekehrt. „Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Toren Geselle ist, der wird Unglück haben“ (Sprüche 13,20). Man kann nicht nur von falschen Freunden negativ beeinflusst werden, sondern umgekehrt auch von den richtigen Freunden positiv, indem man ihre guten Haltungen und Wertvorstellungen annimmt. Solche Freundschaften sind für beide Seiten von Gewinn. „Ein Messer wetzt das andre
und ein Mann den andern“ (Sprüche 27,17).

 

Man erntet, was man säht

Der zweite Grundsatz hängt mit dem ersten eng zusammen – man erntet, was man säht, ob gut oder schlecht. Gemeinsam kommen diese beiden Grundsätze in vielen Sprüchen Salomos zum Ausdruck. Die Bösen lauern „auf ihr eigenes Blut und trachten sich selbst nach dem Leben. So geht es allen, die nach unrechtem Gewinn trachten; er nimmt ihnen das Leben“ (Sprüche 1,18-19).

Und: „Ein heilloser Mensch, ein nichtswürdiger Mann…trachtet nach Bösem und Verkehrtem in seinem Herzen und richtet allezeit Hader an. Darum wird plötzlich sein Verderben über ihn kommen, und er wird schnell zerschmettert werden, und keine Hilfe ist da“ (Sprüche 6,12-15).

Man übersieht nur zu gerne die Langzeitfolgen des eigenen Verhaltens. Verbrechen können sich zunächst bezahlt machen (Psalm 73,3-5. 12), sonst würden nicht so viele Menschen Verbrechen begehen. Es ist ein Weg, ohne viel Mühe zu Reichtum zu kommen – aber denken wir an die späteren, schlimmen Konsequenzen. „Den Gottlosen werden seine Missetaten fangen, und er wird mit den Stricken seiner Sünde gebunden (d. h. er verfängt sich darin). Er wird sterben, weil er Zucht nicht wollte, und um seiner großen Torheit willen wird er hingerafft werden“ (Sprüche 5,21- 23). Kein schönes Ende, nicht wahr?

Gott langt nicht jedes Mal herab und straft einen, wenn man etwas Falsches tut. Die meisten Menschen denken daher, dass es Gott gar nicht gibt oder dass er, wenn es ihn doch gibt, sich nicht um uns kümmert (Prediger 8,11). Sie merken gar nicht, dass Gott ihnen nur Gelegenheit gibt, sich zu bessern, ehe sie so enden, wie Salomo es beschreibt.

 

Der Wert der Weisheit

Ein überreicher Schatz steht dir offen, den wir bisher nur ansatzweise beleuchten konnten. Ich meine das Buch der Sprüche und das gesamte Wort Gottes. Es ist Weisheit – Lebenslehre, niedergeschrieben für dich und mich. Ein Wissen, das wertvoller ist als alles Geld der Welt. „Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand“ (Sprüche 9,10). Wissen allein bleibt unfruchtbar ohne den rechten Respekt vor Gott und ohne Gottes Liebe, welche uns erst die richtige „Sicht“ gibt. Vielen Menschen fehlt die höhere Einsicht und die Weisheit, welche man braucht, um die Probleme zu lösen, die einen zu überwältigen drohen.

„Nehmt meine Zucht an lieber als Silber und achtet Erkenntnis höher als kostbares Gold“, rät Salomo. „Denn Weisheit ist besser als Perlen, und alles, was man wünschen mag, kann ihr nicht gleichen“ (Sprüche 8,10-11). Nur wenige Menschen haben beides zusammen gehabt: Weisheit und Reichtum. Salomo hatte beides. Und er wusste genau: Der kostbarste Besitz war seine Weisheit. Bilde dich fort! Schule deinen Geist – eine der kostbarsten Gaben, die Gott dir geschenkt hat! Nutze die Bildungsmöglichkeiten, die du hast, und vergiss auch nicht dich mit Gottes Wort zu befassen.

 

Sei fleißig

Viele Geldprobleme und große Schulden könnten vermieden werden, wenn sich die Menschen an einen weiteren Grundsatz Salomos halten würden. Er stellt es so dar: „Ich ging am Acker des Faulen entlang und am Weinberg des Toren, und siehe, lauter Nesseln waren darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen. Als ich das sah, nahm ich’s zu Herzen, ich schaute und lernte daraus: Noch ein wenig schlummern und ein wenig die Hände zusammentun. Dass du ruhest, so wird deine Armut kommen wie ein Räuber und dein Mangel wie ein gewappneter Mann“ (Sprüche 24,30-34).

Fleißige Arbeit bringt ihren Lohn, wie auch schlechte Arbeit ihren „Lohn“ bringt. „Siehst du einen Mann, behende in seinem Geschäft, der wird Königen dienen: geringen Leuten wird er nicht dienen“ (Sprüche 22,29). Der beste Schutz gegen den Verlust seines Arbeitsplatzes ist es, sich als gute Arbeitskraft zu erweisen, sich „unentbehrlich“ zu machen. Man wird dich als gute Arbeitskraft schätzen und nicht verlieren wollen. Und das kann auch eine große Hilfe sein, wenn du für Gottes Sabbat und seine Festtage frei bekommen möchte.

Allerdings musst du immer erst dazu bereit sein, selbst etwas zu leisten, sonst bringst du es nicht weit. „Der Faule begehrt und kriegt’s doch nicht; aber die Fleißigen kriegen genug“ (Sprüche 13,4). „Wo man arbeitet, da ist Gewinn; wo man aber nur mit Worten umgeht, da ist Mangel“ (Sprüche 14,23).

 

Unmoral: eine echte Sackgasse

Hätte Gott seine Gesetze geschrieben und sie uns zu halten geboten, wenn wir sie sowieso wie automatisch halten würden? Gott kennt uns. So wie die Versuchung zu lügen, zu stehlen und zu morden selbst für den Erzengel Luzifer zu groß wurde, so wusste Gott, dass auch für den Menschen, den er schuf, die Versuchung zu stark werden würde. Und die Versuchung, die gerade junge Menschen von allen Seiten bestürmt, ist ein kleines Wort mit großen Konsequenzen – Sex.

Salomo sagt, dass man sich vor glattzüngigen Verführerinnen und Verführern in Acht nehmen soll: „Denn die Lippen der fremden Frau sind süß wie Honigseim, und ihre Kehle [ihre Worte] ist glatter als Öl, hernach aber ist sie bitter wie Wermut und scharf wie ein zweischneidiges Schwert. Ihre Füße laufen zum Tode hinab; ihre Schritte führen ins Totenreich“ (Sprüche 5,3-5).

Diese Konsequenzen erscheinen dir in deinem Alltag, in dem alles völlig normal scheint, vielleicht nicht so schwerwiegend. Man gewöhnt sich nun einmal an alles, sogar an den modernen und lockeren Umgang mit der Sexualität. Denke trotzdem an diese Warnungen und an das Prinzip, dass man erntet, was man sät.

 

Was Salomon fehlte

Ein anderer Grundsatz lässt sich weniger aus dem Buch der Sprüche als aus dem Leben dessen herauslesen, der es geschrieben hat. Salomo war einer der größten Gelehrten aller Zeiten. Er war der Weiseste, der je gelebt hat. Er war einer der reichsten und mächtigsten Regenten der Weltgeschichte. Auch als Poet war er hochberühmt.

Bei allen reichen Gaben aber fehlte ihm doch etwas Wesentliches, und das wurde ihm schließlich zum Verhängnis. Lies darüber in 2. Könige 11:

„Der König Salomo liebte aber zahlreiche ausländische Frauen … Frauen aus solchen Völkern, bezüglich deren der Herr den Israeliten geboten hatte: Ihr sollt keinen ehelichen Verkehr mit ihnen haben, und sie sollen nicht mit euch verkehren, sie würden sonst sicherlich eure Herzen ihren Göttern zuwenden! An diesen Frauen hing Salomo mit Vorliebe … und seine Frauen zogen sein Herz von dem Herrn ab. Als Salomo nämlich alt geworden war, wandten seine Frauen sein Herz anderen Göttern zu, so dass sein Herz dem Herrn, seinem Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie das Herz seines Vaters David“ (Verse 1-4; Menge-Übersetzung).

Salomo hat darüber scheinbar bis zu seinem Lebensende keine Reue gezeigt, und so blieb er abgeschnitten von dem Gott, der ihm so viel gegeben hatte. Salomo hatte einen schweren Charakterfehler. An Einsicht mangelte es ihm nicht – theoretisch –; das haben wir ja gesehen. Aber ihm fehlte der Wille, das, was er wusste, auch zu tun.

Gott kann dir nicht einfach einen guten Charakter geben. Auch deine Eltern nicht. Nur ein Einziger kann das, und zwar du selbst. Nur du selbst kannst diesen Vorsatz fassen und ihn mit Gottes Hilfe und Kraft in die Tat umsetzen.

Lies mal ein wenig im Buch der Sprüche und lerne aus den Fehlern anderer. Lies die Bibel, und du wirst noch viel mehr zu den Themen finden die wir gerade besprochen haben. Du wirst noch viele wichtige Grundsätze und Lehren entdecken, die dir zu einem erfolgreichen, erfüllten, schönen – und ewigen – Leben verhelfen werden!

 

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